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Geschichte der Aquaristik

Die Geschichte der Aquaristik begann in China. Die Chinesen waren die ersten, die Zierfische in Behältern pflegten und züchteten. Doch hatten sie noch keine Glasbehälter und konnten ihren Fische nur von oben betrachten. Daher sind auch heute noch viele Goldfische, wie auch die Koi, von oben betrachtet besonders schön. Auch legten sie keinen grossen Wert auf die Nachahmung des natürlichen Lebensraumes mit Pflanzen, Kies und ähnlichem.

Die Geschichte der modernen Aquaristik begann mit der Entdeckung des Sauerstoffs und seiner Bedeutung für den Atmungsprozess von Lebewesen. 1774 entdeckte der englische Chemiker Priestley fast gleichzeitig mit dem schwedischen Chemiker Scheele den Sauerstoff. Der französische Chemiker Lavoisier erkannte dann, dass der Atmungsprozess als ein Verbrennungsvorgang anzusehen ist. Doch noch wusste man nicht wie Wassertiere atmeten. 1777 bewies Priestley wiederum, dass auch die Wassertiere Sauerstoff atmeten und der italienische Physiologe Spallanzani stellte wichtige Untersuchungen über die Atmung verschiedener Wassertiere an.

Alexander von Humbold und Provençal kamen zu dem Schluss, das Wassertiere Sauerstoff aufnahmen und Kohlendioxid absondern. Man stellte fest, dass die Wassertiere mehr Sauerstoff verbrauchten, als durch die Oberfläche des Wasser ersetzt werden konnte.

Der Niederländer Ingenhouß stellte indes fest, dass Pflanzen die Fähigkeit haben, „…unreine Luft selbst die schlechteste aller Luft, in der ein Tier augenblicklich stirbt, in wenigen Stunden zu erfrischen, aber allein in Tageslicht oder im Sonnenschein.“

Diese Untersuchungen benutzte Ward im Jahre 1837, um die Bedeutung des Wechselverhältnis zwischen Tieren und Pflanzen in Bezug auf das Gleichgewicht des Gasgehaltes im Wassers zu erklären. Den ersten Versuch machte er mit Sumpfschraube und Goldfischen.

Der Chemiker Warrington teilte 1850 erste Versuche über das Süsswasseraquarium einem breiten Publikum mit. Er hatte in einem aus Glasscheiben zusammengesetzten Behälter Sand, Steine, Sumpfschraube, Stichlinge und Schnecken.

Das Wort „Aquarium“ für diese Behälter stammt aus dem Jahre 1853 von Philipp Henri Grosse. Er hatte es in seinem Werk „A Naturalist’s Rambles on the Devonshire Coast“ erstmals benutzt. Die (Seewasser-) Aquaristik hatte ihre Anfänge in England.

Der Beginn des Sußwasseraquariums

Aus: Bade, Das Süsswasseraquarium, Verlag Fritz Pfennigstorf, Berlin W. 1909.

In Deutschland war es Emil A. Roßmäßler der mit seinem Aufsatz in der Monatsschrift Gartenlaube Nr. 19 von 1856 unter dem Titel „Der See im Glase“ das Süsswasseraqurium bekannt gemacht hat.

„Als von England aus der Ozean auf dem Tische oder, wie man das geschmackvolle und lehrreiche Ding auch nennt, Aquarium, dem Verfasser dieser Mitteilung zuerst bekannt wurde, hätte er sich an die Stirn schlagen mögen, dass er, ein Naturforscher im Dienste der Verallgemeinerung seiner reichen, schönen Wissenschaft, nicht längst daran gedacht habe, die seit vielen Jahren von ihm gepflogene Gewohnheit, zu wissenschaftlichen Beobachtungen in großen Gläsern Wassertiere und Wasserpflanzen zu ziehen, zu einem neuen Mittel zu machen, naturwissenschaftlichen Sinn zu wecken und pflegen.“
Roßmäßler, 1856
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Aus: Frey, Das Süsswasser-Aquarium, Verlag J.Neumann-Neudamm, Melsungen


Beheizt wurden die Aquarien um die Jahrhundertwende hauptsächlich mit Petroleum.

„Der Heizapparat „Lipsia“ besteht aus einem glatten Zylinder (von nur 7-8 cm Durchmesser), der zur Vermeidung des Hineinspringens von Fischen durch einen Siebdeckel verschlossen ist. In diesem Zylinder, der aus vernickeltem Messingblech hergestellt ist, befindet sich die Einrichtung zur Hervorbringung und möglichst vollen Ausnutzung der Heizquelle. Der Zylinder hat ungefähr in der Mitte zwei übereinanderliegende Öffnungen, die durch ein besonders gebogenes Messingrohr, das sogen. Siederohr, miteinander in Verbindung stehen. Direkt unter diesem Siederohr befindet sich die Flamme einer Spirituslampe, die trotz Hineinragen des Siederohrs in den Apparat infolge ihrer eigenartigen Konstruktion doch in ihrer Größe dem inneren Durchmesser des Zylinders entspricht, um möglichst viel Brennstoff aufnehmen zu können.“
Bade, 1909.

Aus: Bade, Das Süsswasseraquarium, Verlag Fritz Pfennigstorf, Berlin W. 1909.
Aus: Bade, Das Süsswasseraquarium, Verlag Fritz Pfennigstorf, Berlin W. 1909.

Die Durchlüftung der Aquarien erfolgte zunächst durch einen Springbrunnen.

„…In der selben Weise, wie sich nun der untere Zylinder füllt, leert sich auch der obere, und man hat dann nur nötig, die Ballons zu wechseln, dem Hahn eine halbe Wendung zu geben, um das Spiel von neuem beginnen zu lassen.
Bade, 1909.

Quellen:

Roßmäßler, Der See im Glase, Gartenlaube Nr. 19, 1856
Roßmäßler, Das Süßwasser-Aquarium, Verlag Hermann Mendelsohn, Leipzig 1880.
Bade, Das Süsswasseraquarium, Verlag Fritz Pfennigstorf, Berlin W. 1909.
Frey, Das Aquarium von A bis Z, Verlag J.Neumann-Neudamm, Melsungen
Frey, Das Süsswasser-Aquarium, Verlag J.Neumann-Neudamm, Melsungen

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