Endler Guppys

Endler Guppys | Fakten

Handelsname: Endlers Guppy
Wissenschaftlicher Name: Poecilia wingei
Ordnung: Zahnkärpflinge (Siluriformes)
Familie: Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
Gattung: Poecilia
Herkunft: Südamerika, Venezuela, endemisch Laguna de los Patos und Campona Lagune mit umliegenden Gewässern
Größe: Männchen 2 bis 3, Weibchen bis 4
Anforderungen ans Aquarium
Länge: ab 60 cm
Inhalt: ab 54 Litern
Wasserwerte für Zitronensalmler
Temperatur: 20 bis 26 °C
PH: 6 bis 8,5
GH: 5 bis 25° dGH
KH: 5 bis 20 dH
Verhalten
Vergesellschaftung: Schwarmfisch, friedlich, gesellig, schwimmfreudig, lebendgebärend
Bereich: mittlerer und oberer Bereich
Futter: Allesfresser, Lebendfutter (Mückenlarven, Wasserflöhe), Gemüse (Tomaten, Kürbis, überbrühte Brennnesseln), Trockenfutter, Flocken, Frostfutter
Schwarmfisch: Ja
Anzahl: Gruppenhaltung ab 10 Tiere
Haltung mit Garnelen: ja, Garnelennachwuchs kann eventuell gefressen werden
Lebenserwartung: 2 bis 3 Jahre
Schwierigkeitsgrad: Anfängerfisch
Endler Guppy Poecilia wingei tiny colorful tropical aquarium fis
Mirko Rosenau – stock.adobe.com

Aussehen

Die Tiere sind schlank und haben einen gestreckten Körperbau. Sie sind wesentlich kleiner als andere Guppys. Die Männchen leuchten in verschiedenen Farben, blau, grün, schwarz oder orangerot ist in Flecken und Bändern über ihren Körper verteilt.
Charakteristisch für die Art ist der intensiv grüne Fleck, der sich an der unteren Schwanzwurzel befindet. Davor erstreckt sich ein oranges Band. Weiterhin typisch ist ein schwarzes Band, es zieht sich vertikal entlang der Körpermitte.
Die Weibchen schimmern in einem einfarbigen metallischen Grau.

Lebensraum und Aquarium

In der Natur leben die Fische in ruhigen Fließgewässern, teilweise im Brackwasser. Sie halten sich in der Nähe des Ufers auf, gern über sumpfigem, weichem Boden. Die dort wachsenden Pflanzen bieten Versteck- und Laichplätze.

Entsprechend sollte der Boden des Aquariums mit Kies oder Sand bedeckt sein. Zur Einrichtung gehören Steine und Wurzeln. Stellenweise dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen und einigen Schwimmpflanzen bieten Schutz. Dazwischen ist unbedingt auf ausreichend freien Schwimmraum zu achten, die aktiven Tiere sind fast ständig in Bewegung.

An die Wasserwerte stellen die Fische keine großen Ansprüche, eine Heizung ist ebenfalls nicht unbedingt notwendig.

In ihrer Heimat, den Tropen, scheint die Sonne ungefähr 12 Stunden am Tag. Entsprechend sollte das Becken 12 Stunden täglich beleuchtet werden.

Geschlechtsunterschiede

Im Alter von 3 Monaten werden die Tiere geschlechtsreif. Ab jetzt können Männchen und Weibchen einfach unterschieden werden.

Männchen

Sie sind deutlich kleiner als die Weibchen und leuchten in bunten Farben. Einige Strahlen der Schwanz- und der Rückenflosse können, je nach Zuchtvariante, ausgezogen sein. Aus den mittleren Strahlen der Afterflosse bildet sich das Gonopodium. Es formt sich eine Rinne, die zum Spermientransfer genutzt wird.

Weibchen

Die weiblichen Vertreter der Art sind wesentlich größer und schlicht grau gefärbt. Typisch ist der metallische Schimmer und ein schwarzer Trächtigkeitsfleck am After. Bei ihnen sind die Flossen nie ausgezogen.

Zucht

Endler Guppys vermehren sich, wie alle Guppys, leicht, schnell und zahlreich.
Die Fische sind lebendgebärend, die Eier platzen schon im Mutterleib auf und es werden fertige, lebende Jungtiere geboren. Zur Geburt suchen die Weibchen gern den Schutz eines dichten Pflanzenbewuchses auf.
Die Männchen sind, falls sie nicht gerade fressen oder schlafen, damit beschäftigt, die Weibchen zu umwerben und zu verführen. Sie umschwimmen balzend ihre weiblichen Artgenossen. Finden sie eine interessierte Partnerin, trägt das Weibchen die befruchteten Eier 2 bis 3 Wochen im Bauch, bis 10 bis 30 Jungfische geboren werden.

Kurz vor der Geburt zieht sie sich zwischen Wasserpflanzen oder Wurzeln zurück.
Jedes Weibchen kann in Abständen von 30 bis 40 Tagen Junge zur Welt bringen. Sie kann das Sperma der Männchen im Körper speichern, sodass sie auch wirft, wenn kein Männchen zur Verfügung steht.

Wenn man Züchten will

Sollen möglichst viele junge Guppys überleben, sollte das Weibchen kurz vor der Geburt in ein spezielles Aufzuchtbecken gesetzt werden. Hier können die Jungen ungestört von Fressfeinden aufwachsen. Nach der Geburt wird das Weibchen wieder ins Gemeinschaftsbecken gesetzt.

Bleiben die Weibchen im normalen Becken, sollten die Jungfische so schnell wie möglich nach der Geburt heraus gefangen werden. Das ist nicht ganz einfach, denn die Jungen sind:

  • sehr klein
  • schwer zu finden
  • sehr verletzlich

Am besten funktioniert das Absaugen mit einem Schlauch.

Wenn Nachwuchs unerwünscht ist

Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, bevölkern bald Unmengen von Guppys das Aquarium.
Möchte man keinen oder nur wenig Nachwuchs, sollten die Geschlechter getrennt werden. Dann schöpfen die Weibchen noch eine Weile von dem gespeicherten Sperma, das ist nach einer gewissen Zeit aufgebraucht und es gibt keine Jungen mehr.

Oder die Jungfische werden im Gemeinschaftsbecken belassen. Teilweise stellen die erwachsenen Endlers ihrem eigenen Nachwuchs nach und dezimieren ihn. Die Jungfische haben zahlreiche Fressfeinde, viele fleischfressende Fische sehen sie als kleinen Snack an und lösen das Übervölkerungproblem. Trotzdem werden es immer einige Jungfische schaffen zu überleben.

Aufzucht

Die Mutter kümmert sich nach der Geburt nicht um ihren Nachwuchs. Die Kleinen bleiben sich selbst überlassen. Sie verstecken sich am liebsten in einer dichten Bepflanzung aus Schwimmpflanzen und Vallisnerien. Sie ernähren sich in der Natur von Mikroorganismen und Algen.

Gefüttert werden sie mehrmals am Tag mit kleinen Mengen Staubfutter oder zerriebenem Flockenfutter.

Vergesellschaftung

Endler Guppys vertragen sich mit allen friedlichen Fischen, die nicht allzu groß werden. Dazu gehören:

  • Fadenfische
  • kleine Buntbarsche
  • Rote Neons
  • kleine Panzerwelse
  • Kugelfische
  • Barben
  • Schwertträger
  • Salmler

Schnecken und Muscheln können ebenfalls mit im Becken wohnen.
Perfekt passen die kleinen Farbkleckse in ein Südamerikabecken.

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