Parasitische Asseln

 

Artystone sp.

 

25.06.03

 

 

Am 21.06.2003 habe ich drei LDA 33 (Harnischwelse) gekauft. Bei einem Tier musste ich dann im Bauch ein Loch mit etwas Lebenden innen drin entdecken. Nachdem ich mich an verschiedene Artikel über parasitische Asseln erinnert hatte, habe ich das Ding dann mit einer Spitzzange am Schwanz gepackt und langsam aus dem Loch gezogen. Der Fisch war ganz schön am Japsen, aber nach einiger Zeit hat das Ding endlich losgelassen. Aus dem max. 4cm Fisch kam eine fast 1cm lange (fette) Assel mit Männchen heraus. Glücklicherweise war die Öffnung gross genug um die Assel ganz herausziehen zu können, ohne den Fisch zu verletzen.

 

Hier ein Grössenvergleich!

Möglicherweise handelt es sich um Artystone boliviensis oder Artystone trysibia.

 

Parasitische Assel (Isopoden) befallen in der Natur oft Harnischwelse. Da wir aber meisstens Nachzuchten kaufen, kennen wenige Aquarianer diese Schmarotzer aus eigener Erfahrung.

Die meissten parasitischen Asseln sind Meeresbewohner. Bei Welsen sind es fast immer Asseln der Familie Cymothoidae.
Der grösste Teil lebt ektoparasitisch d.h. ausserhalb der Wirtskörpers (wie beispielsweise Zecken). Einige, wie die hier abgebildete Artystone sp., leben mesoparasitisch. Sie bohren sich eine Höhlung in das Muskelgewebe des Wirtes und leben dort von dessen Körperflüssigkeiten. Eine kleine Öffnung bleibt immer bestehen um Stoffwechselprodukte und Junge hinaus und das viel kleinere Männchen hinein zu lassen.

Das Männchen am Bauch des Weibchens ist gut zu erkennen.

Die Haken an den Beinen dienen der Assel zum Festhalten.

Schau mir in die Augen, Kleines!

 

Artystone war übrigens auch der Name einer wunderschönen persischen Königen...!
Herodot - Das Geschichtswerk III 80 - 89

Eine Aufnahme von der Seite.
Gut zu sehen, der Schwanz. Daran habe ich sie gepackt und aus dem Fisch gezogen.
Detailaufnahme des Männchens.

Diese Asseln sind protandrische Hermaphroditen. D.h. sie sind zunächst männlich und werde im Laufe ihres Lebens weiblich. Die Jungtiere können zunächst frei herum schwimmen und ernähren sich ektoparasitisch.

Dann entwickeln sie sich zu Männchen und schliessen sich einem Weibchen an.

Irgendwann suchen sie sich einen Wirt und bohren sich langsam eine Höhlung in die Muskulatur, in der sie dann stark wachsen. Sie sind nun nicht mehr in der Lage den Wirt zu verlassen.

Die Cymothoidae betreiben Brutpflege. Die Weibchen entlassen voll entwickelte Jungtiere. Nach der Befruchtung entwickeln sich die Eier an der Bauchunterseite des Weibchens.

Dies ist der befallene Fisch. Nach genauerer Betrachtung könnte man zu dem Schuss kommen, das die Assel im Darmausgang gesteckt hat?! Oder knapp darüber.

Hier nochmal die Assel im richtigen Grössenverhältnis zum Fisch.

Detailaufnahme des Loches. Hier hat der Schwanz der Assel herausgeschaut. Das sichtbare Loch hat ca. die Grösse des Asselschwanzes. Der Rest, d.h. fast der gesamte Körper, steckte unsichtbar im Fisch. Also links vom Loch unter der Haut.
Nahe der Brustflosse befindet sich noch ein anderer Parasit. Eine Metacercarie, eine Wurmlarve. Die ist aber eingekapselt und wartet nur darauf, das der Fisch von einem Vogel gefressen wird, denn der ist der eigentliche Endwirt. Das ist jetzt wohl sehr unwahrscheinlich! Es wird empfohlen die Larven im Fisch zu belassen.
 

 

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